Ballaststoffe

Ballaststoffe

Chemisch betrachtet zählen die Ballaststoffe zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Es handelt sich vor allem um unverdauliche Kohlenhydrate.

Ballaststoffe verstärken das Sättigungsgefühl, da sie im Magen aufquellen und bis zu ein 100 faches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit an sich binden können. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung ist daher immer auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Sonst kann eine Verhärtung des Nahrungsbreis zu Verstopfungen führen und damit das Gegenteil bewirken, als ursprünglich angestrebt.

Ballaststoffe gelten heute als unentbehrlich für eine gesunde Verdauung. Sie binden Gallensäuren, die zu 80% aus Cholesterin bestehen, Umweltgifte, andere Stoffwechselprodukte und Flüssigkeit. Der Inhalt unseres Darms quillt durch die Ballaststoffe rascher auf und beschleunigt auf diese Weise den Verdauungsvorgang.

Ballaststoffe sollten stets in Verbindung mit viel Flüssigkeit in den Darm gelangen. Eine ausreichenden Flüssigkeitszufuhr ist also neben der Ballaststoffzufuhr ebenfalls sehr wichtig.

Desweiteren ist eine ballaststoffreiche Ernährung auch für Leute mit Übergewicht zu empfehlen, weil sie aufgrund ihrer Unverdaulichkeit keinen Brennwert (=Kalorien) besitzen.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke hat außerdem herausgefunden, dass Ballaststoffe aus Vollkornprodukten das Risiko senken an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Nun wirken die Ballaststoffe aus verschiedenen Lebensmitteln nicht gleich. Getreideballaststoffe erhöhen das Stuhlgewicht deutlich stärker als Ballaststoffe aus Gemüse oder Obst. Dabei hat Brot aus Vollkornschrot wegen der enthaltenen groben Partikel wiederum eine stärkere Wirkung als Brot aus feinem Vollkornmehl.

Ballaststoffreiche Getreideprodukte wie Vollkornbrot oder andere Vollkornerzeugnisse wie (Hafer-)Flocken, Müsli oder Nudeln beeinflussen die Darmfunktion also besser als Gemüse oder Obst.

Außerdem binden Ballaststoffe die Gallensäuren. Diese werden dadurch vermehrt ausgeschieden. Dadurch wird die Produktion neuer Gallensäuren angeregt. Bei diesem Prozess wird Cholesterin verbraucht. Ballaststoffe senken also den Cholesterinspiegel. Weiterhin hemmen sie fettspaltende Enzyme. Dadurch gelangt weniger Fett aus der Nahrung in den Körper. Insgesamt beugen Ballaststoffe Magen-Darm-Erkrankungen (Verstopfung, Darmkrebs, usw.), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Fettsucht, usw.) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Arterienverkalkung, usw.) vor.

Vorkommen: Müsli, Karotten, Blumenkohl, Rosenkohl, Linsen, Äpfel, Orangen, Bananen, Feigen, Aprikosen, Mandeln oder Haselnüsse, getrockneten Früchten und getrockneten Pilzen. Findet man ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln.

Es gibt löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Beide sind unentbehrlich für die Gesunderhaltung des Körpers.


Lösliche Ballaststoffe: Diese sind wie der Name vermuten lässt, löslich und binden grosse Mengen an Wasser im Dickdarm. Sie quellen auf und sorgen so für ein gutes Sättigungsgefühl. Sie verlangsamen die Aufspaltung der Nahrung im Verdauungstrakt und ermöglichen so eine langsame und gleichmäßige Freisetzung der Energie. Cholesterin- und Blutfettwerte können so nicht sprunghaft ansteigen. Das Risiko von Schlaganfällen und Herzerkrankungen wird gemindert.

Besonders bei einem hohen Cholesterin- und Blutfettspiegel empfiehlt sich eine vermehrte Einnahme von löslichen Ballaststoffen. Dabei ist zu beachten, dass ballaststoffreiche Produkte mit einem geringen Zuckergehalt den Blutzuckerspiegel deutlich weniger ansteigen lassen, als Produkte mit einem hohen Zuckergehalt.

Vorkommen: Sind in Hülsenfrüchten, Nüssen, getrockneten Früchten, getrockneten Pilzen, Hafer Obst und Gemüse enthalten.


Unlösliche Ballaststoffe: Unlösliche Ballaststoffe fördern die Verdauungstätigkeit und sorgen für ein erhöhtes Stuhlvolumen und die schnellere Ausscheidung von schädlichen Stoffen. So kann Darmträgheit und Verstopfung entgegengewirkt werden.

Unlösliche Ballaststoffe können also den Stuhl locker und weich halten, den Stuhlgang damit erleichtern und somit Verstopfungen vorbeugen. Wer die Ursachen für Hämorrhoidalleiden kennt, der weiss um die Wichtigkeit eines gesunden Stuhlgangs.

Studien zufolge kann der Verzehr von unlöslichen Ballaststoffen das Darmkrebsrisiko senken.

Vorkommen: Cerealien und Getreide enthalten besonders viele unlöslichen Ballaststoffe.


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